Schuhe für Diabetiker auf Rezept: So bekommen Sie die richtigen Diabetiker-Schuhe über die Krankenkasse

Schuhe für Diabetiker auf Rezept: Sensibilitätsprüfung mit der Stimmgabel

Sie leben mit Diabetes und fragen sich, ob Ihre Krankenkasse spezielle Schuhe bezahlt? Die Antwort lautet in vielen Fällen: ja. Schuhe für Diabetiker auf Rezept sind ein Hilfsmittel, das bei medizinischer Notwendigkeit verordnet und größtenteils von der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen wird. In diesem Artikel erfahren Sie, welche Voraussetzungen gelten, welche Schuharten es gibt, wie der Ablauf funktioniert und mit welchen Kosten Sie konkret rechnen müssen.


Diabetikerschuhe sind Hilfsmittel der Produktgruppe 31 im Hilfsmittelverzeichnis. Sie werden vom Arzt per Rezept verordnet, wenn ein diabetisches Fußsyndrom, Nervenschädigungen oder Durchblutungsstörungen vorliegen. Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt die Kosten bis auf den gesetzlichen Eigenanteil.


Wichtige Erkenntnisse auf einen Blick

Diabetiker-Schuhe können bei Diabetes mellitus als Hilfsmittel vom Arzt verordnet und über ein Rezept mit der Krankenkasse abgerechnet werden. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten für medizinische Diabetesschutzschuhe bei medizinischer Notwendigkeit. Ein Rezept ist erforderlich für die Kostenübernahme durch die Krankenkasse.

  • Verordnungsfähige Schuharten: Konfektionsschuhe mit orthopädischen Einlagen, spezielle Diabetiker Schutzschuhe, orthopädische Maßschuhe sowie Verbands- und Entlastungsschuhe.

  • Medizinische Voraussetzungen: Diabetisches Fußsyndrom, Polyneuropathie, Durchblutungsstörungen, bestehende Fußulzera oder starke Deformitäten müssen ärztlich dokumentiert sein.

  • Kostenverteilung: Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt bei entsprechender Diagnose ein Paar Diabetikerschutzschuhe mit diabetesadaptierter Fußbettung bis auf den gesetzlichen Eigenanteil. Die Zuzahlung beträgt in der Regel 10 Prozent des Abgabepreises, mindestens 5 Euro und maximal 10 Euro.

  • Beratung und Versorgung: Die Beratung zur Schuhversorgung erfolgt über ein Sanitätshaus oder Orthopädieschuhtechniker. Bei Carepoint in Hamburg und Umgebung übernehmen wir Beratung, Fußanalyse, Anpassung und Abrechnung mit Ihrer Krankenkasse.


Warum Menschen mit Diabetes mellitus besondere Schuhe brauchen

Diabetes mellitus kann über Jahre hinweg die Nerven in den Füßen schädigen. Diese Polyneuropathie führt dazu, dass Betroffenen das Schmerzempfinden fehlt. Gleichzeitig verursachen Durchblutungsstörungen eine schlechtere Wundheilung. Beide Faktoren zusammen erhöhen das Risiko für Druckstellen, Wunden und das gefürchtete diabetische Fußsyndrom erheblich.

  • Typische Veränderungen am Fuß von Diabetikern sind vermindertes Gefühl in den Zehen, trockene Haut, Verhornungen und Fußdeformitäten wie Krallenzehen oder Hallux valgus.

  • Schlecht passende Schuhe erzeugen Druck und Reibung. Kleine Blasen oder Risse bleiben unbemerkt und entwickeln sich zu offenen Wunden. Im schlimmsten Fall drohen Schmerzen, Infektionen und Amputationen.

  • Diabetiker-Schuhe sind speziell für die Bedürfnisse diabetischer Füße konzipiert: Sie bestehen aus weichem Material, haben keine harten Innenkanten oder Nähte im Zehenbereich und bieten ausreichend Volumen für orthopädische Einlagen. So reduzieren sie Druckspitzen an exponierten Fußstellen und beugen Verletzungen vor.

  • Als Sanitätshaus Carepoint versorgen wir seit über 70 Jahren Menschen in Hamburg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen und bieten eine spezialisierte Diabetesversorgung an. Dabei stehen wir im Austausch mit den behandelnden Ärzten.

Welche Arten von Diabetiker-Schuhen es gibt und wann welcher Schuh sinnvoll ist

Es gibt nicht „den einen“ Diabetiker-Schuh. Je nach Fußform, Risiko und Fußsyndrom kommen unterschiedliche Versorgungstypen infrage.

  • Konfektionsschuhe mit Einlagen: Bei leichten Fehlstellungen ohne ausgeprägtes Fußsyndrom fertigen wir diabetesgeeignete orthopädische Einlagen, die in bequeme Schuhe mit herausnehmbarem Fußbett passen.

  • Diabetiker Schutzschuhe: Konfektionierte Modelle mit Überweite, weichem Obermaterial und ohne harte Innenkanten oder Nähte im Zehenbereich. Diabetesschutzschuhe sollten druckentlastend sein und ausreichend Platz für diabetesadaptierte Fußbettungen bieten. Medizinische Diabetesschutzschuhe sind für Diabetiker mit erhöhtem Fußrisiko geeignet, die Schuhe müssen über druckentlastende Sohlen verfügen. Mehr dazu erfahren Sie auf unserer Seite zu Therapieschuhen bei Carepoint.

  • Orthopädische Maßschuhe: Werden individuell gefertigt, wenn bereits Deformationen am Fuß vorliegen oder konfektionierte Spezialschuhe keinen ausreichenden Schutz vor Druckstellen mehr bieten, etwa bei Voroperationen oder wiederkehrenden Fußulzera. Grundlage sind Maßabdruck und digitale Fußdruckmessung. Eine feste bis steife Sohle mit Abrollhilfe reduziert Druckspitzen unter der Fußsohle, eine stabile Fersenführung bietet sicheren Halt.

  • Verbands- und Entlastungsschuhe: Zum Beispiel nach Operationen, bei offenen Wunden oder starker Schwellung. Ein Vorfußentlastungsschuh verlagert das Gewicht beim Gehen auf Ferse und Mittelfuß, da kein Abrollen möglich ist, und lässt sich vollständig öffnen, sodass er auch mit Verband passt. Passende Lösungen zur Vorfußentlastung und weitere Therapieschuhe wie Verband- oder Gipsschuhe finden Sie bei uns.

Schuhe für Diabetiker auf Rezept: Voraussetzungen, Rezeptangaben und Ablauf

Diabetiker-Schuhe sind Hilfsmittel, die bei medizinischer Notwendigkeit vom Arzt verordnet und von der Krankenkasse bezahlt werden können. Die Kostenerstattung für Diabetesschutzschuhe erfolgt durch ein Rezept vom Arzt basierend auf der Risikoklassifikation. Die Deutsche Diabetes Gesellschaft empfiehlt Diabetikerschuhe entsprechend der individuellen Bedürfnisse.

Medizinische Voraussetzungen sind eine gesicherte Diagnose Diabetes mellitus, häufig verbunden mit diabetischem Fußsyndrom, Polyneuropathie oder Durchblutungsstörungen. Bereits vorhandene Druckstellen oder Fußulzera sollten im Arztbrief dokumentiert sein. Diabetesschutzschuhe werden bei Vorliegen von Nervenschädigungen oder Durchblutungsstörungen verordnet. Bei Risikogruppe I oder II sind spezielle Diabetesschutzschuhe inklusive Fußbettung erforderlich.

Auf dem Rezept sollte stehen: „Diabetikerschuhe mit diabetesadaptierter Fußbettung“ oder „orthopädische Maßschuhe bei diabetischem Fußsyndrom“, idealerweise mit Hilfsmittelnummer und Begründung. Einen Überblick über verordnungsfähige Hilfsmittel bietet unser Hilfsmittelkatalog. Diabetikerschuhe belasten das Heilmittelbudget nicht.

Der typische Ablauf sieht so aus:

  1. Arztbesuch: Diagnose und Rezeptausstellung durch Ihren Arzt (Diabetologe, Hausarzt oder Orthopäde).
  2. Termin im Sanitätshaus: Sie kommen mit Ihrem Rezept zu uns. Gern können Sie Ihr Rezept vorab online hochladen, das ersetzt den persönlichen Termin aber nicht. Für die Diabetes-Versorgung können Sie online einen Termin anfragen.
  3. Fußanalyse: Sensibilitätsprüfung sowie Fußdruckmessung und Vermessung in unserer Filiale, um Druckspitzen und Fehlbelastungen sichtbar zu machen.
  4. Genehmigung: Wir leiten die Verordnung an Ihre Krankenkasse weiter.
  5. Abholung und Anprobe: Finale Anpassung, Prüfung der Druckumverteilung und Einweisung.

Wir unterstützen Sie auf Wunsch beim Kontakt mit der Krankenkasse – telefonisch, schriftlich oder per E-Mail.

Kosten, Zuzahlung und Erstattung: Was die Krankenkasse bei Diabetiker-Schuhen übernimmt

Diabetiker-Schuhe sind eine Kassenleistung, wenn sie im Hilfsmittelverzeichnis gelistet und medizinisch begründet sind. Bei entsprechender Diagnose, etwa einem diabetischen Fußsyndrom mit Nervenschädigung, übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen ein Paar Diabetikerschutzschuhe mit diabetesadaptierter Fußbettung nach Analyse bis auf den gesetzlichen Eigenanteil.

AspektRichtwert
Gesetzliche Zuzahlung10 % des Abgabepreises, min. 5 €, max. 10 €
Diabetikerschutzschuhe mit DAF1 Paar nach Analyse, bis auf den gesetzlichen Eigenanteil
Eigenanteilabhängig von Schuhart und Krankenkasse
Orthopädische Maßschuhebei Deformationen oder wenn Spezialschuhe nicht mehr ausreichend schützen
Folgeversorgungbei Verschleiß oder veränderter Fußsituation nach Prüfung durch die Kasse
Zuzahlungsbefreiungfür Kinder und Jugendliche sowie bei Befreiung durch die Krankenkasse

Kinder und Personen mit Zuzahlungsbefreiung können von der Zuzahlung ausgenommen sein. Genaue Beträge schwanken je nach Modell, Hersteller und Krankenkasse. Wünschen Sie Komfort-Extras wie besondere Farbe, Aussehen oder Premiummaterialien über die medizinische Notwendigkeit hinaus, tragen Sie die Mehrkosten selbst. Bei medizinisch begründeter Änderung der Fußform oder Größe ist auch eine frühere Folgeversorgung möglich. Details zur Einlagenverordnung und Kostenübernahme finden Sie auf unserer Website.

Wir erläutern im Beratungsgespräch transparent, welche Kosten die Krankenkasse abdeckt und mit welcher Zuzahlung Sie rechnen müssen.

So läuft die Versorgung mit Diabetiker-Schuhen bei Carepoint ab

Wir legen besonderen Wert auf persönliche Beratung, moderne Messtechnik und handwerkliche Präzision. Unser Diabetes-Konzept verbindet alle Schritte nahtlos. Dabei arbeiten wir nach dem Qualitätsmanagement-System DIN EN ISO 13485.

Bei der Erstberatung sichten wir Ihre Füße, bisherigen Schuhe und ärztlichen Unterlagen. Wir fragen Beschwerden, Alltagssituation, Beruf, Mobilitätsniveau und bisherige Hilfsmittel ab. In unseren Filialen prüfen wir die Sensibilität Ihrer Füße mit der Stimmgabel und führen eine elektronische Fußdruckmessung durch, um Druckspitzen und Fehlbelastungen sichtbar zu machen. Diabetiker-Schuhe bieten ausreichend Platz für spezielle Einlagen, die wir in unserer eigenen Orthopädietechnik-Werkstatt fertigen.

Wir wählen gemeinsam mit Ihnen geeignete Diabetes Schuhe aus: Straßen- und Hausschuhe für Damen, Herren und Kinder. Größe, Weite und das erforderliche Schuhvolumen bestimmen wir im Zuge von Anamnese und Analyse individuell. Schuhe für Diabetiker bestehen aus weichen, atmungsaktiven Materialien und haben keine harten Innenkanten oder Nähte im Zehenbereich. Anschließend folgen Anprobe, individuelle Nachbearbeitung, etwa punktuelle Polsterungen oder kleine Änderungen an der Laufsohle, und eine Einweisung zur richtigen Nutzung und Pflege. Die Versorgung schließen wir mit einer Kontrolle nach zwei bis vier Wochen ab. Danach sind regelmäßige Kontrollen von Passform, Sohlenabrieb und Fußzustand sinnvoll.

Häufige Fehler im Alltag mit Diabetiker-Schuhen und wie Sie Ihre Füße schützen

Auch das beste Schuhwerk schützt nur, wenn es richtig getragen und gepflegt wird. Aufmerksamkeit im Alltag ist für Betroffene entscheidend.

Typische Fehler sind Barfußlaufen, heiße Fußbäder über 37 Grad, die Verwendung scharfer Instrumente wie Hornhautraspeln oder Scheren, zu kurze Tragezeiten, der Wechsel auf enge Schuhe „für besondere Anlässe“ und das Tragen verschlissener Schuhe. Ein täglicher Blick auf Fußsohlen, Zehenzwischenräume und Nägel hilft, Rötungen, Druckstellen, Blasen oder kleine Risse frühzeitig zu erkennen. Kontrollieren Sie Ihre Diabetikerschuhe innen auf Falten, Steine, lose Einlagen oder Nähte, bevor Sie hineinschlüpfen.

Tipp: Tragen Sie Diabetikersocken ohne drückende Nähte und ohne einschnürenden Gummibund und wechseln Sie diese täglich. Das fördert die Durchblutung und verhindert Reibungspunkte. Kompressionsstrümpfe sollten Sie bei Diabetes nur nach Rücksprache mit Ihrem Arzt tragen. Bei der Abholung Ihrer Schuhe erklären wir Ihnen gern, worauf Sie im Alltag achten sollten, auf Wunsch auch Ihren Angehörigen.

Häufige Fragen zum Thema Schuhe für Diabetiker auf Rezept

Dieser Abschnitt bündelt die Fragen, die uns im Sanitätshaus, telefonisch oder per E-Mail am häufigsten gestellt werden.

Ihr Hausarzt, Diabetologe oder Orthopäde kann Diabetiker-Schuhe verordnen. Voraussetzung ist eine gesicherte Diagnose Diabetes mellitus und ein dokumentiertes Fußrisiko. Das Rezept muss die Art der Versorgung und die medizinische Begründung enthalten.

Bei konfektionierten Schutzschuhen erhalten Sie Ihre Versorgung oft innerhalb weniger Tage. Orthopädische Maßschuhe benötigen je nach Aufwand mehrere Wochen, da sie individuell über einen Leisten gefertigt werden. Die Genehmigung durch die Krankenkasse dauert in der Regel einige Tage.

Bei entsprechender Diagnose übernimmt die gesetzliche Krankenkasse ein Paar Diabetikerschutzschuhe mit diabetesadaptierter Fußbettung bis auf den gesetzlichen Eigenanteil. Eine Folgeversorgung ist möglich, wenn die Schuhe verschlissen sind oder sich der Fußzustand verändert hat. Die Krankenkasse prüft dies im Einzelfall.

Ja, Sie können Diabetes Schuhe als Selbstzahler erwerben. Allerdings übernimmt die Krankenkasse nur bei vorliegendem Rezept die Kosten. Den vollen Preis inklusive MwSt. tragen Sie dann selbst. Wir beraten Sie gern zur passenden Lösung – mit oder ohne Verordnung.

Lüften Sie Ihre Schuhe nach jedem Tragen und verwenden Sie keine aggressive Reinigung. Kontrollieren Sie regelmäßig die Funktion der Einlagen und der Sohle. Lassen Sie Passform und Schutz außerdem regelmäßig in einer unserer Filialen prüfen, zum Beispiel in unserer Zentrale am UKE.


Sie möchten Ihre Füße schützen und die Versorgung mit Diabetiker-Schuhen auf Rezept starten? Rufen Sie uns an unter 040 411 6109 0 oder besuchen Sie eine unserer 22 Filialen in Hamburg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen. Wir beraten Sie persönlich, transparent und kostenfrei, von der ersten Fußanalyse bis zur fertigen Versorgung.