Wie werden orthopädische Schuheinlagen verordnet? Die Orthopädie-Experten von Carepoint aus Hamburg und Lübeck erklären.
©Carepoint/StudioLaMagica
Einlagen werden dabei in verschiedene Kategorien unterteilt:
Stützende Einlagen werden nach zweidimensionalem Maßabdruck des belasteten Fußes gefertigt und dienen dem Abstützen und Entlasten spezifischer Fußpartien. Sie sollen die Fußgewölbe erhalten, Überlastungen ausgleichen bzw. Teilentlastungen bewirken und/oder das Abrollen des Fußes verbessern. Die physiologische Fußform soll dadurch so weit wie möglich auch in belasteter Stellung erhalten bleiben.
Indikationen
Bettungseinlagen zur Entlastung werden nach zweidimensionalem Maßabdruck des belasteten Fußes gefertigt. Sie sollen weitere Verformungen des belasteten, nicht mehr korrekturfähigen Fußes verhindern, indem sie ihn gegen Dreh- und Biegebewegungen stabilisieren. Sie verhindern eine Überdehnung von kontrakten Bändern und eine ungewollte Bewegung krankhaft veränderter Gelenke.
Indikationen
Schaleneinlagen sollen bei Kindern und Jugendlichen krankhafte Fußfehlformen und Fehlentwicklungen des Fußes aufhalten, den Fuß in die richtige Form und Funktion lenken und/oder das Ergebnis von Korrekturoperationen am Fuß sichern. Bei Erwachsenen sollen Schaleneinlagen für eine Belastungsminderung bzw. Entlastung überwiegend für eine Korrektur des Rückfußes sorgen und einer Verschlimmerung eines unzuträglichen Zustands verhindern.
Indikationen
Sie sollen den Fuß während des Wachstums durch Druck auf bestimmte Fußteile gezielt in eine bestimmte Richtung lenken. Darüber hinaus können diese Einlagen dazu dienen, das Ergebnis von Korrekturoperationen am Fuß zu sichern. Sie werden aus festen, selbsttragenden Materialien nach Formabdruck des in Korrekturstellung gebrachten Fußes angefertigt.
Indikationen
Wer verschreibt orthopädische Einlagen?
Orthopädische Einlagen werden in der Regel von einem Facharzt für Orthopädie verschrieben. In bestimmten Fällen können auch Hausärzte ein Rezept ausstellen, jedoch ist für die Erstversorgung und bei komplexen Fehlstellungen der Besuch beim Facharzt empfehlenswert, um eine präzise Diagnose zu erhalten.
Was kosten Einlagen im Sanitätshaus mit Rezept?
Bei Vorlage eines Kassenrezepts fällt die gesetzliche Zuzahlung an, die meist zwischen 5 und 10 Euro liegt. Für Kinder und Schwangere ist dies kostenlos, ausgenommen bei CAD-Technik.
Da Krankenkassen oft nur eine Basisversorgung übernehmen, fällt bei hochwertigen Materialien oder speziellen Fertigungsverfahren (z. B. CAD-Frästechnik) zusätzlich eine wirtschaftliche Aufzahlung an.
Was kosten Einlagen im Sanitätshaus ohne Rezept?
Ohne ärztliche Verordnung müssen die Kosten für die individuelle Vermessung, die Materialauswahl und die handwerkliche Fertigung komplett selbst getragen werden. Je nach Ausführung und Technik liegen die Preise für Maßeinlagen ohne Rezept üblicherweise zwischen 80 und 250 Euro.
Wie lange ist ein Rezept für Einlagen gültig?
Ein Kassenrezept für orthopädische Einlagen muss innerhalb von 28 Tagen nach Ausstellungsdatum im Sanitätshaus eingereicht werden. Nach Ablauf dieser Frist verliert die Verordnung ihre Gültigkeit für die Abrechnung mit der gesetzlichen Krankenkasse und muss vom Arzt neu ausgestellt werden.
Wie oft kann ich ein Rezept für schuheinlagen bekommen?
In der Regel übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für zwei Paar orthopädische Einlagen pro Jahr. Bei Kindern im Wachstum oder bei einer starken Veränderung des Krankheitsbildes kann ein Arzt auch häufiger eine medizinische Notwendigkeit bescheinigen.
Kann man orthopädische Einlagen auch ohne Rezept kaufen?
Ja, es ist jederzeit möglich, orthopädische Einlagen als Selbstzahler im Sanitätshaus anfertigen zu lassen. Dies ist besonders dann sinnvoll, wenn der jährliche Anspruch bei der Krankenkasse bereits ausgeschöpft ist oder Einlagen für zusätzliche Wechselschuhe benötigt werden.
Was zahlt die Krankenkasse für orthopädische Einlagen?
Die gesetzlichen Krankenkassen zahlen einen vertraglich festgelegten Festbetrag für die medizinische Basisversorgung. Dieser Betrag deckt die Materialkosten und die einfache handwerkliche Bearbeitung ab. Zusätzliche Komfortmerkmale oder Spezialversorgungen sind nicht im Kassenanteil enthalten.
Was ist eine wirtschaftliche Aufzahlung bei Einlagen?
Die wirtschaftliche Aufzahlung ist der Betrag, den ein Patient zusätzlich zur gesetzlichen Zuzahlung leistet, wenn er sich für eine Versorgung entscheidet, die über das Maß der medizinischen Notwendigkeit der Krankenkasse hinausgeht, wie etwa besonders dünne Materialien oder Sport-Dämpfungselemente.
Wie komme ich an ein Rezept für Einlagen?
Um ein Rezept zu erhalten, vereinbaren Sie einen Termin bei einem Orthopäden oder Sportmediziner. Dieser untersucht Ihre Füße, stellt eine Diagnose (z. B. Knick-Senk-Fuß) und stellt Ihnen eine Verordnung aus, mit der Sie direkt in eine Carepoint-Filiale für die Vermessung kommen können.
Gilt das E-Rezept auch für orthopädische Einlagen?
Aktuell werden orthopädische Hilfsmittel wie Einlagen noch überwiegend über das klassische rosa Papier-Rezept (Muster 16) verordnet. Die flächendeckende Einführung des E-Rezepts für Hilfsmittel ist in Planung, wird aber im Vergleich zum Arzneimittel-E-Rezept zeitversetzt umgesetzt.
Übernimmt die Krankenkasse Einlagen für Sicherheitsschuhe?
Nein, für Einlagen in Sicherheitsschuhen am Arbeitsplatz ist meist nicht die Krankenkasse, sondern die Deutsche Rentenversicherung oder der Arbeitgeber zuständig. Hierbei müssen spezielle Vorschriften gemäß DGUV Regel 112-191 beachtet werden, damit der Versicherungsschutz erhalten bleibt.
Wie lange dauert die Anfertigung nach Abgabe des Rezepts?
Nach der Vermessung im Sanitätshaus dauert die individuelle Fertigung Ihrer Einlagen in der Regel zwischen 5 und 10 Werktagen. Bei dringenden Fällen oder speziellen Sportversorgungen kann die Lieferzeit je nach Aufwand leicht variieren.
Was ist der Unterschied zwischen Kassen-Einlagen und Privat-Einlagen?
Kassen-Einlagen entsprechen der medizinischen Grundversorgung laut Hilfsmittelverzeichnis. Privat-Einlagen (oder Versorgungen mit Aufzahlung) nutzen modernste Techniken wie CAD-Fräsung und hochwertige Materialkombinationen, die individueller auf den Fuß und den Schuhtyp abgestimmt sind.
Darf ein Hausarzt Einlagen verschreiben?
Ein Hausarzt darf orthopädische Einlagen verschreiben, sofern er dies medizinisch für notwendig erachtet; dies fällt nicht ins Budget, und der Hausarzt ist dabei zugleich ein wichtiger Verordner.
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