Rollstühle und Rehabilitationsmittel

Der Rollstuhl (umgangssprachlich Rolli) ist ein Fahrzeug für Menschen, die aufgrund körperlicher Behinderung in der Fähigkeit zum Gehen beeinträchtigt sind. Der Rollstuhl ermöglicht es diesen Menschen, weiterhin mobil zu sein.

 

Die ersten Belege für die Verwendung von Rollstühlen stammen aus China und datieren um 1300 v. Chr. König Philipp II. von Spanien hatte 1595 offenbar einen Rollenstuhl mit verstellbarer Rücken- und Fußstütze. Einen selbst anzutreibenden Rollstuhl konstruierte der gelähmte fränkische Uhrmacher Stephan Farfler 1655.

 

Von ersten einfachen Modellen ausgehend, hat sich inzwischen eine Vielfalt an Rollstuhltypen entwickelt, die sich sowohl nach Behinderungsmerkmalen als auch nach Anwendungszwecken unterscheiden. Die Art und Anordnung der Räder sowie deren Antrieb, die Sitzausführung und die Zusammenleg- bzw. Faltbarkeit sind jeweils anders.


Unterscheidung nach Antriebsart

Greifreifenrollstuhl zum Selbstfahren mit Handantrieb mittels spezieller Greifringe

Elektrorollstuhl oder E-Rolli, mit Elektromotorantrieb

Schieberollstuhl zum Schieben einer passiven Person mit Schiebegriffen an der Rückenlehne.

Trippelrollstühle ermöglichen die selbstständigen Fortbewegung durch Trippeln mit den Füßen.


Untergruppen von Greifreifenrollstühlen

Standardrollstuhl / Faltrollstuhl / Greifreifenrollstuhl

Diese Modellgattung bietet eine generelle Ausstattungen, die eine Grundversorgung bei nicht dauerhafter Benutzung ermöglicht. Speziellere Bedürfnisse z.B. nach mehr Bewegungsfreiheit, Leichtigkeit und Sitzkomfort werden allenfalls durch Zubehör abgedeckt. Deshalb dient ein Standardrollstuhl häufig als Transportmittel für wechselnde Benutzer (im stationären Bereich und auf Flughäfen etc.).

 

Der Leichtgewichtrollstuhl unterscheidet sich vom Standardrollstuhl durch sein geringes Gewicht (ca. 13-17 kg), das Rahmenmaterial ist meistens Leichtmetall.

 

Trippelrollstühle sind zur Fortbewegung mittels Trippeln mit den Füssen gedacht. Sie werden häufig als Standardrollstühle ohne Fußrasten oder mit beiseiteklappbaren Fußstützen sowie mit einer individuell durch unterschiedlicheRadgröße angepassten Sitzhöhe ausgeführt. Greifreifen und Schiebegriffe können auch vorhanden sein.

Aktivrollstuhl

Aktivrollstühle

haben meist einen besonders leichten Rahmen aus Titan, Carbon oder Ähnlichem. Ihr Gewicht liegt bei etwa 9 kg. Sie haben eine weniger hohe Rückenlehne zugunsten eines Freiraums für Oberkörperbewegungen und eine geringere Standsicherheit zugunsten höherer Beweglichkeit.

Sport- und Rennrollstühle

Sportrollstühle

sind generell dem Anspruch der Wendigkeit sowie an verschiedene Anforderungen des Behindertensports angepasst, verwandt werden sie z. B. für Rollstuhltennis, Rollstuhlbasketball oder Cross Country.

 

Rennrollstühle

sind für hohe Geschwindigkeiten optimiert, der tiefliegende Sitz und die Lehne sind meist auf das unbedingt Notwendige reduziert, der Rahmen ist im Interesse einer größeren Stabilität starr und nicht faltbar. Die paarigen Räder haben einen starken Sturz und vergleichsweise kleine Greifreifen, statt eines vorderen Rollenpaars gibt es zur besseren Spurhaltung nur ein einzelnes lenkbares Rad.

Zerlegbarkeit und Faltbarkeit

Vielfach sind Greifreifenrollstühle Faltrollstühle, d. h. zusammenklappbar und zerlegbar. Der Starrrahmenrollstuhl ist ebenfalls zerlegbar, hat jedoch einen nicht zusammenklappbaren, leichten und starren Sitzrahmen.

 

Zerlegbarkkeit und Faltbarkeit ermöglichen die platzsparenden Aufbewahrung und gute Transportierbarkeit, z. B. im PKW. So kann man einen Rollstuhl selbst vom Fahrersitz eines PKW aus zerlegen, zusammenfalten und im Wagen verstauen. PKW-Größe und Beschaffenheit des Rollstuhls müssen jedoch aufeinander abgestimmt sein.

Elektrorollstühle

Elektrorollstühle

Elektrisch angetriebene Rollstühle sind für Benutzer bestimmt, deren Armkraft und Arm-bzw. Hand-Beweglichkeit eingeschränkt ist oder die eine allgemein geschwächte Konstitution haben.

 

Der Elektromotor, der die großen Räder direkt antreibt, bezieht seine Antriebsenergie aus einem Akkumulator, Das Lenken und die Geschwindigkeitsregelung erfolgt meist mit einer Joystick-Steuerung. Bauartliche Gruppen entstehen teilweise durch die Vorgaben des deutschen Straßenverkehrsrechts z. B. die Höchst-geschwindigkeit. Technisch werden Elektrorollstühle von den Elektromobilen abgegrenzt, die gegenüber den „E-Rollis“ weniger an die individuelle Behinderung anpassbar sind. Die Grenzen sind jedoch häufig fließend.

Ein spezielle Variante des Elektrorollstuhls ist der Treppenrollstuhl oder Treppensteiger. Dieser hat einen elektrisch betriebenen Antriebsmechanismus zum Befahren von Treppen.