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Carepoint Thum & Wilharm oHG, Sanitätshaus und Orthopädietechnik Hamburg
Gelenke

Gelenke

Allgemeines

Bei den echten Gelenken, den Diarthrosen, findet man den proximalen und den distalen Anteil mit einem Gelenkspalt. Zu den Grundmerkmalen gehören außerdem Gelenkkapsel, Gelenkknorpel und Bänder. Folgende Formen unterscheidet man bei den Gelenken:

  • Scharniergelenk ist einachsig (Finger), Ginglymus
  • Zapfengelenk als Sonderform des Scharniergelenkes (Atlas-Axis)
  • Eigelenk oder Elipsoidgelenk ist zweiachsig (Handgelenk)
  • Sattelgelenk ist zweiachsig (Daumengrundgelenk)
  • Kugelgelenk ist dreiachsig (Hüfte, Schulter)
  • Drehgelenk oder Radgelenk ist einachsig (Speiche dreht um Elle)

Bei monozentrischen Gelenken findet man ein festes Drehzentrum. Bei polyzentrischen Gelenken findet man mehrere gekoppelte Drehzentren. Bewegungen werden in Ebenen beschrieben, wobei die Achse in 90° zur Ebene steht. Folgende Formen der Bewegung kann man bei Gelenken erkennen:
-Rotation (Drehen)
-Translation (Rollen)
-Gleiten

Gelenke des Schultergürtels

Der Schultergürtel verbindet den Arm mit dem Rumpf. Im Gegensatz zum Beckengürtel, der zwischen Bein und Wirbelsäule eine fast starre Verbindung herstellt, bildet der Schultergürtel eine verschiebliche, in starkem Maße gleitfähige Funktionseinheit. Diese setzt sich aus drei Elementen zusammen: Sternum, Clavicula und Scapula. Die einzige gelenkige Verbindung mit dem Thorax besteht zwischen Schlüsselbein und Brustbein.

Inneres Schlüsselbeingelenk, Articulatio sternoclavicularis
ist in zwei Kammern unterteilt durch einen Discus. Über Lig.costoclaviculare und Lig.sternoclaviculare mit 1. Rippe bzw. Brustbein verbunden.

Äußeres Schlüsselbeingelenk, Articulatio acromioclavicularis
wird mit dem Acromion gebildet. Lig.acromioclavicularis und Lig. coracoclaviculare aufgeteilt in Lig. trapezoideum und Lig. conoideum.
Beide Schlüsselbeingelenke sind Kugelgelenke, die jedoch durch die straffen Bänder in dem Bewegugngsausmaß eingeschränkt sind.

Schultergelenk, Articulatio humeri
ist ein muskelgesichertes Kugelge-lenk dessen Gelenkfläche an der Scapula (Cavitas glenoidalis) eine Labrum glenoidalis (Gelenklippe) besitzt um die Gelenkfläche zu vergrößern, die aber trotzdem nur in einem Verhältnis von 4:1 , Caput humeri zur Cavitas glenoidalis steht. Das Acromion, welches das Schultergelenk überragt, bildet mit dem Proc. coracoideus und dem verbindenden Lig. coraco- acromiale ein osteofibröses Dach (Fornix humeri), welches die Bewegung einschränkt. Allein im Schultergelenk ist lediglich eine Abduktion des Armes bis ca 90° möglich.

Rotatorenmanschette
Alle Muskeln der Rotatoremnanschette entspringen an der Scapula und setzen am Humeruskpf an (Tuberculum majus et minus sowie Gelenkkapsel). Durch die Hypo- bis Avaskularität im Bereich der Umlenkung über den Humeruskopf und durch den vom Fornix humeri gebildeten Engpaß, kommt es hier leicht zu degenerativen Veränderungen. Unter der Achsel befindet sich eine Aussackung der Gelenkkapsel (Recessus axillaris), um die Abduktion zu ermöglichen. Bei einer langandauernden Ruhigstellung (>3 Wochen) kann diese veröden. Die Bursa subacromialis ist unverschiebbar mit dem Acromion verwachsen und ist zur Funktion unentbehrlich. Die lange Bizepssehne zieht frei durch das Schultergelenk (Sulcus intertubercularis) und inseriert am Tuberculum supraglenoidale, wodurch dieser Teil des M. biceps brachii zweigelenkig ist.

Vier Gelenke bilden funktionell die Schulter:
- Art. humeri (4:1)
- Art. acromioclavicularis
- Art. sternoclavicularis (2 Kammern)
- funktionelle Verschiebeschicht zwischen Schulterblatt und Brustkorb
 
Die wichtigsten Bänder sind :
- Lig. acromioclavicularis
- Lig. coracoacromiale
- Lig. coracoclaviculare unterteilt in Lig. trapezoideum und Lig. conoideum
 

Gelenke der freien oberen Extremität

Ellenbogengelenk, Art. Cubiti,
Das Articulatio cubiti unterteilt sich in drei Gelenke:
Art. humerouInaris als ein knochengeführtes Gelenk (Knochenzange) durch den Processus coronoideus ventral und das Olecranon dorsal an der Ulna, sowie am Humerus durch die Trochlea humeri. (Scharniergelenk)
Art. humeroradialis als ein Kugelgelenk welches durch eine straffe Bandführung aber in der Ab- und Adduktion beschränkt ist.(-Krukenberg-)
Art. radiouInaris proximalis als ein einachsiges Drehgelenk, bei dem sich der Radius in der Ulna dreht. Der caput radius wird dabei von einem kräftigen ringförmigen Band (Lig.anulare radii) an der Ulna befestigt.

Art. radio-ulnaris distalis
Das distale Radioulnargelenk gehört funktionell gesehen noch zu dem Ellenbogengelenk, da jede Supination oder Pronation sowohl im proximalen als auch im distalen Radioulnargelenk eine Bewegung erfordert. Der Discus ulnocarpalis dient der Gelenkführung.  Wie das proximale Radioulnargelenk ist auch das distale ein Radgelenk.

Diese konstruktive Gliederung ermöglicht unabhängig Dreh- und Scharnierbewegungen in allen Stellungen des Gelenkes. Die gemeinsame Gelenkkapsel ist schlaff. Der M.brachioradialis wird als Lastenbeuger bezeichnet, da er von allen Beugern den günstigsten Hebelarm besitzt. Der physiologische Querschnitt der drei Beuger ist ca. 60% größer als der Querschnitt der Strecker.
In sehr seltenen Fällen kann in der Tricepssehne ein Sesambein, ähnlich der Patella, ausgebildet werden. Die Umwendbewegung des Radius zur Ulna ist einzigartig in der Tierwelt.
Diese Funktion ist hauptverantwortlich für die hervorragenden Eigenschaften der oberen Extremitäten in Bezug auf die dynamische Bewegungsmöglichkeit. Die Rotationsmöglichkeit im Unterarm beträgt 120° - 140° und kann auf ca. 360° erhöht werden, wenn die Schulterbewegung mit einbezogen wird. Durch diese Rotationsfähigkeit wird ein Bewegungsspielraum der Hand möglich, wie dieses bei einem Kugelgelenk der Fall wäre. Die Drehbewegung geschieht in den Articulationes radioulnares prox. und dist.. Die Achse dieser Radioulnargelenke verläuft schräg durch den Unterarm. Der Radius umkreist die Ulna und ist fest mit der Hand verbunden.
Zwischen Radius und Ulna spannt sich die Membrana interossea, deren Fasern von proximal lateral nach distal medial zur Ulna ziehen.

Hand
Als wichtigste Funktion der Hand gilt die Greiffähigkeit. Die Greiffähigkeit wird im wesentlichen durch das Herauslösen des     1. Fingerstrahls (Daumen) aus  dem fünfstrahligen Gefüge der Hand erreicht. Die Oppositionsfähigkeit des Daumens ermöglicht die vielfältigen Greifpositionen. Als entsprechenden Gegenhalt findet man die Palma manus (Hohlhand). Die Dreigliederung der Hand erfolgt in:

  • Carpus (Handwurzel)
  • Metacarpus (Mittelhand)
  • Phalanges (Finger) 

Handwurzelgelenk, Art. radiocarpea
Die proximale Reihe der Handwurzelknochen bildet mit dem Radius  und dem Discus ulnocarpalis das (eiförmige) proximale Handgelenk (Articulatio radiocarpea). Nicht alle proximalen Handwurzelknochen sind kontinuierlich mit Radius und Discus verbunden. Im distalen Handgelenk (Articulatio mediocarpea) artikulieren die proximale und die distale Reihe der Handwurzelknochen. Beide Reihen liegen S-förmig ineinander verzahnt. Proximal findet in erster Linie die Palmarflexion und distal die Dorsalextension statt. Zwischen Carpus und Metacarpus bestehen sehr straffe Bandverbindungen, die meist querverlaufen und die entsprechenden Gelenke zu Amphiarthrosen (Gelenke mit geringer Beweglichkeit) werden lassen. Hiervon ist das Sattelgelenk des Daumens ausgenommen.

Daumensattelgelenk (Articulatio carpometacarpalis pollicis)
Die Zweiachsigkeit des Sattelgelenkes ermöglicht die oben erwähnte Oppositionsfähigkeit des Daumens und eine Zirkumduktion. Durch die Nachgiebigkeit der Kapsel und der Verformbarkeit des Gelenkknorpels zeigt das Gelenk funktionell den Charakter eines Eigelenkes. Das Daumengrund- und Endgelenk stellt ein Scharniergelenk dar.

Fingergelenke

  • Grundgelenk, Art. metacarpophalangea = MP
  • Mittelgelenk, proximales Art. Interphalangea = PIP
  • Endgelenk, distales Art. Interphalangea = DIP

Die Grundgelenke (MP) der Finger (Articulationes metacarpo-phalangeales) bezeichnet man als Kugelgelenke, die durch den Bandapparat und durch fehlende rotatorisch wirkende Muskeln aber auf zwei Freiheitsgrade eingeschränkt sind. Diese Gelenke werden aufgrund der Bandführung (Ligg. collateralia) bei Beugung fester und und im gestreckten Zustand locker.
Die Fingermittelgelenke (PIP) und Endgelenke (DIP) sind Scharniergelenke. Die Sehnen des M. flexor digitorum superficialis sind gespalten, um die Sehnen des M. flexor digitorum profundus durchtreten zu lassen. Die Palmaraponeurose liegt wie ein Handschuh ohne Spitzen in der Hand und wird durch den M. palmaris longus gespannt.

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