Degenerative Veränderungen der Wirbelsäule
Definition: Degenerative Veränderungen an Bandscheiben und Wirbelkörpern, Wirbelgelenken, Muskulatur und Bändern. Alle am Aufbau der Wirbelsäule beteiligten Strukturen durchlaufen während des Lebens einen physiologischen Verschleißprozess. Degenerative Veränderungen müssen nicht zu Beschwerden führen, Röntgenbefund ist nicht gleichbedeutend mit subjektivem Befinden.
Beginn des Degenerationsprozesses in der Bandscheibe: Rössler/Rüther -Chondrosis intervertebralis, bei Übergreifen auf die -Wirbelabschlußplatten: -Osteochondrose. Höhenabnahme des Intervertebralraumes führt zu -Instabilität (segmentale Gefügestörung) mit Beeinträchtigung der Intervertebral-gelenke -Facettensyndrom, später Spondyl-arthrosis. Aus der Osteochondrose entwickelt sich mit Osteophytenbildung an Wirbelkörpern die -Spondylosis deformans: Verlagerung degenerativen Bandscheibenmaterials hat nur nach dorsal und dorsolateral klinische Relevanz: Vorbuckelung unter Erhaltung des Anulus fibrosus: -Protrusio, Ausbruch von Nukleus-material. -Prolaps Bandscheibenvorfall.
Rückenmuskulatur reagiert bei allen patho-logischen Zuständen und Wurzelreizung mit schmerzhaftem Hartspann (Lumbalgie/Lumbago).
Degeneration im Bereich der Halswirbelsäule
Durch die enge anatomische Beziehung der Arteria vertebralis sowie des vegetativen Nervensystems zur Halswirbelsäule können degenerative Veränderungen auch vaskuläre und vegetative Symptome verursachen. Schmerzprojektion: Schulter-Arm-Syndrom. Meistbetroffene Region C5/6 und C6/7. Differentialdiagnose: Basiläre Im-pression, Klippel-Feil-syndrom Konservative Therapie: Im akutem Stadium- Ruhigstellung mit einer Halskrawatte. Vorsichtige Traktionsverfahren, Analgetika (schmerzstillende Mittel) und Antiphlogistika (entzündungshemmend) sowie muskuläre Relaxanzien Im chronischen Stadium stabilisierende KG, Massage, Fango, Akupunktur und Neuraltherapie
Degeneration im Bereich der Brustwirbelsäule
Schmerzen entstehen durch Blockierung der kleinen Wirbelgelenke und der Kostotransversalgelenke. Gürtelförmige Schmerzen mit lokaler Druckempfindlichkeit. Differrentialdiagnostisch müssen Pneumothorax, Herzinfarkt, Lungenaffektion, Koliken der Hohlorgane sowie entzündliche und tumoröse Veränderungen beachtet werden. Therapie: potente Analgetika und Antiphlogistika, Injektionstherapie mit Lokal-anästhetika sowie manualtherapeutische Behandlung.
Degeneration im Bereich der Lendenwirbelsäule
-Lumbalgie = akute oder chronische Kreuzschmerzen ohne Nervenwurzelsymptomatik -Lumbago = plötzlich einschießend „Hexenschuß“
Lumbale Syndrome: (ist ein Gesamtkomplex der Osteochondrose = degenerative nicht entzündliche Veränderungen der knorpeligen und knöchernen Strukturen im Bereich der Gelenke und der Bandscheiben mit Deck- und Grundplatten)
1.Akuter oder chronischer Kreuzschmerz ohne Nervenwurzelsymptome: -Lumbago, ausgelöst durch muskuläre (statische Verspannungen) Lumbalgie, -Instabilität durch segmentale Gefügestörung bei L5/S1 oder L4/L5 selten auch in höheren Etagen (segmentale Instabilität) -Gelenkschmerz (Facettensyndrom) oder -Kompression der Dura durch medianen Prolaps (Protrusio) oder knöcherne Stenose des Spinalkanals.
Alle 4 Möglichkeiten können allein für die Beschwerden verantwortlich sein oder sich überlagern.
Klinik: fixierte Zwangshaltung, lokale Schmerzphänomene, neurologisch unauffällig.
2.Durch Wurzelkompression ausgelöster Projektionsschmerz: -Ischialgie. Meist durch -Protrusio oder -Prolaps einer Bandscheibe.
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